TL;DR
- 50 % Zuschuss auf Beratungs- und Implementierungs-Cost bei go-digital, 60 % Zuschuss für produktive AI-Use-Cases bei DM-KI — jeweils mit gedeckeltem Volumen pro Vorhaben.
- Autorisierte Berater sind Pflicht — nur Berater auf der BMWK-Liste dürfen Anträge stellen und durchführen. Wer selbst beantragt oder einen nicht-autorisierten Partner einsetzt, verliert die Förderung komplett.
- Antrag vor Maßnahmen-Beginn — kein nachträglicher Antrag möglich. Die erste unterschriebene Beraterrechnung vor Bescheid kippt den ganzen Case.
go-digital im Detail
go-digital ist 2026 das BMWK-Standardprogramm für kleinere Mittelstand-Digital-Investments. Förderquote 50 % auf netto-Tagessätze, gedeckelt über einen Maximal-Tagessatz und maximal 30 Beratungstage. Wer drei Monate wartet, weil er selbst beantragen will, verliert Zeit ohne Gewinn — ein autorisierter Berater bringt den Antrag oft in zwei Wochen durch. AI-Use-Cases fallen in über 90 % der Fälle unter Modul (a) Digitalisierte Geschäftsprozesse.

| Modul | Inhalt | AI-Fit |
|---|---|---|
| (a) Digitalisierte Geschäftsprozesse | Workflow-Automation, ERP-Anbindung, Document-Intelligence, AI-Use-Cases | Hoch |
| (b) Digitale Markterschließung | E-Commerce, SEO, Marketing-Automation | Mittel |
| (c) IT-Sicherheit | ISO 27001 Vorbereitung, Pen-Test, Incident-Response | Niedrig |
Berater-Pflicht: Nur autorisierte Berater dürfen Anträge stellen — Liste auf bmwk.de. Wer ohne Autorisierung beantragt oder einen nicht-akkreditierten Partner einsetzt, verliert den Zuschuss rückwirkend.
DM-KI als 2026-Newcomer
Digital Mittelstand KI (DM-KI) ist das 2026 neu aufgesetzte Schwester-Programm speziell für produktive AI-Use-Cases. Förderquote 60 % auf ein höheres Volumen je Vorhaben.
- Produktiver Output ist Pflicht: Pilots ohne Production-Pfad fallen durch. Erwartet wird ein dokumentierter Produktiv-Übergang innerhalb von 12 Monaten nach Förder-Ende.
- Volumen-Cap umfasst alles: Beratung, Implementierung und AI-Lizenzen in einem Topf, klassische Drei-Tranchen-Logik (Strategie, Build, HITL-Onboarding).
- Standard-Use-Cases: Document-Intelligence, Voice-Agents, RAG-Systeme, Vision-QA. Reine LLM-Spielereien ohne ROI-Case fallen im Antrags-Review durch.
Programm-Vergleich
Wer zwischen go-digital, DM-KI und ZIM routen muss, nutzt drei Achsen: Use-Case-Volumen, Innovations-Grad, Antrags-Aufwand. Faustregel: kleines Standard-Volumen = go-digital, mittleres produktives Volumen = DM-KI, großes Volumen oder F&E-Charakter = ZIM.

| Programm | Quote | Use-Case-Fit | Antrags-Dauer |
|---|---|---|---|
| go-digital | 50 % | Standard-AI, kleines Volumen | 4–8 Wochen Bewilligung + 3–6 Wochen Auszahlung |
| DM-KI | 60 % | Produktive AI, mittleres Volumen | 6–10 Wochen Bewilligung + 4–8 Wochen Auszahlung |
| ZIM | 35–55 % | Innovation mit F&E-Charakter, großes Volumen | 6 Monate gesamt |
| FZulG | 35 % | F&E-Personalkosten parallel | 6–12 Monate Bescheinigung |
Antragsprozess in fünf Schritten
Der Antragsprozess folgt einer immer gleichen Sequenz. Wer den Ablauf einmal sauber durchgespielt hat, schafft den zweiten Antrag in der Hälfte der Zeit.
| Schritt | Dauer | Owner | Output |
|---|---|---|---|
| 1. Berater-Auswahl + Vor-Audit | 1–2 Wochen | Mittelständler | Beratervertrag-Entwurf, Vorhaben-Skizze |
| 2. Antragstellung BMWK-Portal | 1 Woche | Autorisierter Berater | Förderantrag, Vorhaben-Beschreibung, Kostenplan |
| 3. Bewilligungsbescheid | 4–8 Wochen | BMWK / Projektträger | Bewilligungsbescheid, Förder-Tranche fixiert |
| 4. Maßnahmen-Durchführung | 4–9 Monate | Berater + Mittelständler | Beratungs-Logs, Stundenerfassung, Deliverables |
| 5. Schlussverwendungsnachweis + Auszahlung | 3–6 Wochen | Berater + Mittelständler | Schlussbericht, Rechnungen, Auszahlung |
Pilot: Maschinenbauer, go-digital für Lieferanten-RFQ-AI
Ein Maschinenbauer in Baden-Württemberg (210 MA) stellte 2026 Q1 einen go-digital-Antrag für ein Lieferanten-RFQ-AI-System: 8–15 Stunden manueller RFQ-Auswertung pro Komponente werden auf 1–2 Stunden reduziert. Drei Tranchen — Strategie, AI-Build (RAG + Vergleichs-Matrix), HITL-Onboarding — mit 50 % Förderung auf das Gesamtvolumen. Der Netto-Invest amortisierte sich in unter drei Monaten, weil das System den manuellen RFQ-Aufwand auf rund ein Achtel reduziert.
Praxis-Fallstricke
Vier Fallstricke kippen rund 70 % der ersten Anträge. Jeder ist vermeidbar, wenn man ihn kennt.
- Antrag vor Maßnahmen-Beginn: Kein nachträglicher Antrag möglich. Wer vor Bewilligungsbescheid den Beratervertrag unterschreibt oder die erste Rechnung bezahlt, verliert die Förderung komplett. Vollmacht und Vorhaben-Skizze sind erlaubt — Leistungsvertrag und Rechnung nicht.
- Kostenarten-Zuordnung: Personal- und Sachkosten sauber trennen. AI-Lizenzen und Cloud-Cost gehören zu Sachkosten, Berater-Tage zu Personal. Vermischung führt zu Rückfragen und 4–6 Wochen Verzögerung.
- Stundenerfassung mit Tätigkeitsbeschreibung: Tägliche Erfassung ist Pflicht. "Beratung Vormittag 4h" reicht nicht — verlangt wird "RAG-Architektur-Workshop mit IT-Leitung, Diskussion Vector-DB-Auswahl, 4h". Ohne saubere Logs scheitert der Schlussverwendungsnachweis.
- Schlussverwendungsnachweis: Rund 80 % der Antragsarbeit. Rechnungen, Stundennachweise, Deliverables und Vorhaben-Bericht — alles in einer Sachbearbeiter-kompatiblen Mappe. Wer hier schludert, wartet 2–3 Monate auf Auszahlung und riskiert Teil-Rückforderung.
Fazit
go-digital und DM-KI sind 2026 die realistischen Förder-Hebel für AI-Use-Cases im DACH-Mittelstand. Drei Regeln sind nicht verhandelbar: autorisierter Berater, Antrag vor Maßnahmen-Beginn, saubere Stundenerfassung mit Tätigkeitsbeschreibung. Wer diese drei einhält, hat eine Bewilligungs-Wahrscheinlichkeit über 70 %.
Praxis-Schritt: Ein 60-Min-Förder-Audit klärt Programm-Routing, Use-Case-Fit und Antragsfähigkeit für Ihr konkretes Vorhaben. Erstgespräch anfragen → /anfrage
Stand Mai 2026. Azena ist aktuell als Förderberater in Akkreditierung (Q3 2026 erwartet). Bis dahin begleiten wir Anträge in Kooperation mit autorisierten Beratern.
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