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Recht, Compliance & Förderung

go-digital und DM-KI: AI-Förderung in der Praxis

Wie Sie go-digital und DM-KI praktisch beantragen — und welche vier Fallstricke die meisten Erst-Anträge kippen lassen.

Baybora Gülec17. Mai 20269 Min.

TL;DR

  • 50 % Zuschuss auf Beratungs- und Implementierungs-Cost bei go-digital, 60 % Zuschuss für produktive AI-Use-Cases bei DM-KI — jeweils mit gedeckeltem Volumen pro Vorhaben.
  • Autorisierte Berater sind Pflicht — nur Berater auf der BMWK-Liste dürfen Anträge stellen und durchführen. Wer selbst beantragt oder einen nicht-autorisierten Partner einsetzt, verliert die Förderung komplett.
  • Antrag vor Maßnahmen-Beginn — kein nachträglicher Antrag möglich. Die erste unterschriebene Beraterrechnung vor Bescheid kippt den ganzen Case.

go-digital im Detail

go-digital ist 2026 das BMWK-Standardprogramm für kleinere Mittelstand-Digital-Investments. Förderquote 50 % auf netto-Tagessätze, gedeckelt über einen Maximal-Tagessatz und maximal 30 Beratungstage. Wer drei Monate wartet, weil er selbst beantragen will, verliert Zeit ohne Gewinn — ein autorisierter Berater bringt den Antrag oft in zwei Wochen durch. AI-Use-Cases fallen in über 90 % der Fälle unter Modul (a) Digitalisierte Geschäftsprozesse.

Exhibit DM-KI Digital Mittelstand KI 2026 Newcomer-Programm 60 Prozent Foerderquote bis 50 Tausend Euro Volumen Schwerpunkt produktive AI Document-Intelligence Voice-Agents RAG-Systeme Vision-QA DACH-Mittelstand
Exhibit 2: DM-KI als 2026-Newcomer — 60 % Quote bis Volumen, nur produktive AI mit dokumentiertem Produktiv-Übergang in 12 Monaten.
ModulInhaltAI-Fit
(a) Digitalisierte GeschäftsprozesseWorkflow-Automation, ERP-Anbindung, Document-Intelligence, AI-Use-CasesHoch
(b) Digitale MarkterschließungE-Commerce, SEO, Marketing-AutomationMittel
(c) IT-SicherheitISO 27001 Vorbereitung, Pen-Test, Incident-ResponseNiedrig

Berater-Pflicht: Nur autorisierte Berater dürfen Anträge stellen — Liste auf bmwk.de. Wer ohne Autorisierung beantragt oder einen nicht-akkreditierten Partner einsetzt, verliert den Zuschuss rückwirkend.

DM-KI als 2026-Newcomer

Digital Mittelstand KI (DM-KI) ist das 2026 neu aufgesetzte Schwester-Programm speziell für produktive AI-Use-Cases. Förderquote 60 % auf ein höheres Volumen je Vorhaben.

  • Produktiver Output ist Pflicht: Pilots ohne Production-Pfad fallen durch. Erwartet wird ein dokumentierter Produktiv-Übergang innerhalb von 12 Monaten nach Förder-Ende.
  • Volumen-Cap umfasst alles: Beratung, Implementierung und AI-Lizenzen in einem Topf, klassische Drei-Tranchen-Logik (Strategie, Build, HITL-Onboarding).
  • Standard-Use-Cases: Document-Intelligence, Voice-Agents, RAG-Systeme, Vision-QA. Reine LLM-Spielereien ohne ROI-Case fallen im Antrags-Review durch.

Programm-Vergleich

Wer zwischen go-digital, DM-KI und ZIM routen muss, nutzt drei Achsen: Use-Case-Volumen, Innovations-Grad, Antrags-Aufwand. Faustregel: kleines Standard-Volumen = go-digital, mittleres produktives Volumen = DM-KI, großes Volumen oder F&E-Charakter = ZIM.

Pilot-Cockpit 40 Millionen Euro Maschinenbauer Baden-Wuerttemberg 210 Mitarbeiter go-digital Lieferanten-RFQ-AI Strategie 6600 Euro Build 14300 Euro HITL-Onboarding 4400 Euro Gesamt 25300 Euro Foerderung 12650 Euro Netto-Invest 12650 Euro Personalkosten-Ersparnis 78 Tausend Euro pro Jahr Payback unter 3 Monaten
Exhibit 3: Maschinenbau-Pilot go-digital für Lieferanten-RFQ-AI — Cost, Zuschuss, /Jahr Personalkosten-Ersparnis, Payback unter 3 Monaten.
ProgrammQuoteUse-Case-FitAntrags-Dauer
go-digital50 %Standard-AI, kleines Volumen4–8 Wochen Bewilligung + 3–6 Wochen Auszahlung
DM-KI60 %Produktive AI, mittleres Volumen6–10 Wochen Bewilligung + 4–8 Wochen Auszahlung
ZIM35–55 %Innovation mit F&E-Charakter, großes Volumen6 Monate gesamt
FZulG35 %F&E-Personalkosten parallel6–12 Monate Bescheinigung

Antragsprozess in fünf Schritten

Der Antragsprozess folgt einer immer gleichen Sequenz. Wer den Ablauf einmal sauber durchgespielt hat, schafft den zweiten Antrag in der Hälfte der Zeit.

SchrittDauerOwnerOutput
1. Berater-Auswahl + Vor-Audit1–2 WochenMittelständlerBeratervertrag-Entwurf, Vorhaben-Skizze
2. Antragstellung BMWK-Portal1 WocheAutorisierter BeraterFörderantrag, Vorhaben-Beschreibung, Kostenplan
3. Bewilligungsbescheid4–8 WochenBMWK / ProjektträgerBewilligungsbescheid, Förder-Tranche fixiert
4. Maßnahmen-Durchführung4–9 MonateBerater + MittelständlerBeratungs-Logs, Stundenerfassung, Deliverables
5. Schlussverwendungsnachweis + Auszahlung3–6 WochenBerater + MittelständlerSchlussbericht, Rechnungen, Auszahlung

Pilot: Maschinenbauer, go-digital für Lieferanten-RFQ-AI

Ein Maschinenbauer in Baden-Württemberg (210 MA) stellte 2026 Q1 einen go-digital-Antrag für ein Lieferanten-RFQ-AI-System: 8–15 Stunden manueller RFQ-Auswertung pro Komponente werden auf 1–2 Stunden reduziert. Drei Tranchen — Strategie, AI-Build (RAG + Vergleichs-Matrix), HITL-Onboarding — mit 50 % Förderung auf das Gesamtvolumen. Der Netto-Invest amortisierte sich in unter drei Monaten, weil das System den manuellen RFQ-Aufwand auf rund ein Achtel reduziert.

Praxis-Fallstricke

Vier Fallstricke kippen rund 70 % der ersten Anträge. Jeder ist vermeidbar, wenn man ihn kennt.

  • Antrag vor Maßnahmen-Beginn: Kein nachträglicher Antrag möglich. Wer vor Bewilligungsbescheid den Beratervertrag unterschreibt oder die erste Rechnung bezahlt, verliert die Förderung komplett. Vollmacht und Vorhaben-Skizze sind erlaubt — Leistungsvertrag und Rechnung nicht.
  • Kostenarten-Zuordnung: Personal- und Sachkosten sauber trennen. AI-Lizenzen und Cloud-Cost gehören zu Sachkosten, Berater-Tage zu Personal. Vermischung führt zu Rückfragen und 4–6 Wochen Verzögerung.
  • Stundenerfassung mit Tätigkeitsbeschreibung: Tägliche Erfassung ist Pflicht. "Beratung Vormittag 4h" reicht nicht — verlangt wird "RAG-Architektur-Workshop mit IT-Leitung, Diskussion Vector-DB-Auswahl, 4h". Ohne saubere Logs scheitert der Schlussverwendungsnachweis.
  • Schlussverwendungsnachweis: Rund 80 % der Antragsarbeit. Rechnungen, Stundennachweise, Deliverables und Vorhaben-Bericht — alles in einer Sachbearbeiter-kompatiblen Mappe. Wer hier schludert, wartet 2–3 Monate auf Auszahlung und riskiert Teil-Rückforderung.

Fazit

go-digital und DM-KI sind 2026 die realistischen Förder-Hebel für AI-Use-Cases im DACH-Mittelstand. Drei Regeln sind nicht verhandelbar: autorisierter Berater, Antrag vor Maßnahmen-Beginn, saubere Stundenerfassung mit Tätigkeitsbeschreibung. Wer diese drei einhält, hat eine Bewilligungs-Wahrscheinlichkeit über 70 %.

Praxis-Schritt: Ein 60-Min-Förder-Audit klärt Programm-Routing, Use-Case-Fit und Antragsfähigkeit für Ihr konkretes Vorhaben. Erstgespräch anfragen → /anfrage

Stand Mai 2026. Azena ist aktuell als Förderberater in Akkreditierung (Q3 2026 erwartet). Bis dahin begleiten wir Anträge in Kooperation mit autorisierten Beratern.

Baybora Gülec· Gründer, Azena

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