TL;DR
- Beratungshonorar bis zu einem festen Deckel förderfähig, 50 % Quote — der Mittelständler trägt die Hälfte als Eigenanteil.
- 12 Beratungstage über 6–9 Monate, Modul-Pflicht, KI-Workshops seit Mai 2026 explizit anerkannt im Modul „Digitalisierte Geschäftsprozesse".
- Vier Fallstricke — Antrag vor Vorhabensbeginn, BMWK-autorisierter Berater, Modul-Eindeutigkeit, Verwendungsnachweis — entscheiden über Auszahlung oder Rückforderung.
Was sich Mai 2026 geändert hat
Das BMWK hat im Q1/2026-Update der go-digital-Richtlinie drei Anpassungen vorgenommen, die für KI-Vorhaben im Mittelstand direkt durchschlagen. Viele Mittelständler orientieren sich noch am Februar-Stand. Die Förderlogik bleibt — 50 % Zuschuss auf das Beratungshonorar bis zum Programm-Deckel; was sich geändert hat, sind die förderfähigen Inhalte und die Anforderungen an den Berater.
go-digital-Update Mai 2026
Modul-Erweiterung KI
Das Modul „Digitalisierte Geschäftsprozesse" anerkennt seit Mai 2026 explizit KI-Workshops als förderfähigen Inhalt. Vorher war die Zuordnung unklar und führte regelmäßig zu Rückfragen der Bewilligungsstelle. Konkret förderfähig sind jetzt KI-Reifegrad-Analyse, Use-Case-Priorisierung, Pilot-Konzept und Mitarbeiter-Aktivierung. Die Implementierung selbst bleibt ausgeschlossen — dafür greift weiterhin Digitaler Mittelstand KI (DM-KI).
Antrags-Workflow
Die Online-Antragsstrecke wurde im April 2026 überarbeitet. Unterlagen werden ausschließlich digital eingereicht, die Bearbeitungszeit liegt aktuell bei 6–10 Wochen statt zuvor 4–8. go-digital ist bereits Ende 2024 ausgelaufen: neue Anträge sind seit dem 31.12.2024 nicht mehr möglich — unabhängig von der Signatur- oder Einreichungsform.
Berater-Anforderungen
Die BMWK-Autorisierung wurde verschärft. Neu-Berater müssen mindestens drei Referenz-Mandate mit Verwendungsnachweis vorlegen, Bestandsberater werden alle 24 Monate re-zertifiziert. Faktisch wird der Pool autorisierter Berater kleiner, die Wartezeit auf einen freien Slot steigt. Wer im Q3/2026 starten will, sollte die Beraterwahl im Q2 klären.
Die vier Fallstricke
Aus 18 Monaten Antragsbegleitung — vier Stellen, an denen Mittelständler regelmäßig stolpern. Drei kosten die volle Förderung, eine kostet Wochen.
- Antrag vor Vorhabensbeginn. Vorhabensbeginn ist juristisch der Abschluss eines Beratungsvertrags, die erste Anzahlung oder die verbindliche Beauftragung. Wer vor Antrags-Einreichung unterschreibt, verliert den Hebel komplett. Mündliche Zusagen binden nicht, ein schriftliches „passt, machen wir" per E-Mail bereits — bis zum positiven Bescheid jede Kommunikation unverbindlich halten.
- Berater-Autorisierung. Nur BMWK-autorisierte go-digital-Berater dürfen das Vorhaben durchführen; die Liste ist auf der BMWK-Seite öffentlich, Stand Mai 2026 sind rund 400 Berater zugelassen. Nach Einreichung den Berater nicht wechseln — die Förderung ist berater-personalisiert. Auch Co-Beratung mit einem nicht-autorisierten Senior verletzt die Richtlinie.
- Modul-Eindeutigkeit. Jedes Vorhaben muss eindeutig einem Modul zugeordnet sein: Digitalisierte Geschäftsprozesse, Digitale Markterschließung oder IT-Sicherheit. Mischvorhaben werden seit dem Q1/2026-Update abgelehnt. Ein KI-Pilot mit angehängter SEO-Komponente fällt durch — Vorhaben sauber trennen oder die SEO-Komponente weglassen.
- Dokumentation. Der Verwendungsnachweis entscheidet über Auszahlung oder Rückforderung. Stunden, Inhalte und Meilensteine müssen revisionssicher dokumentiert sein — pro Beratungstag mindestens ein signiertes Tagesprotokoll. Lücken riskieren die volle Rückforderung, auch zwei Jahre nach Projektende im Rahmen der BMWK-Stichproben-Prüfung.
Wie ein Workshop strukturiert wird
Der typische Ablauf verteilt die 12 förderfähigen Beratungstage über 6–9 Monate. Antrag und Bescheid-Wartezeit (Woche 1–14) sind förderrechtlich neutral — keine Beratungstage werden verrechnet, keine Vertragsbindung eingegangen. Erst nach positivem Bescheid läuft die Tages-Uhr: Kickoff & Reifegrad mit IST-Analyse (3 Tage), Use-Case-Priorisierung mit Scoring und Top-3-Auswahl (3 Tage), Pilot-Konzept mit Architektur-Skizze und Anbieter-Empfehlung (4 Tage), schließlich Übergabe & Nachweis mit Roadmap und Verwendungsnachweis (2 Tage).
Modellrechnung: süddeutscher Maschinenbauer
Eine Modellrechnung für einen süddeutschen Maschinenbauer (rund 180 MA), der einen go-digital-Workshop im Modul „Digitalisierte Geschäftsprozesse" mit Themenschwerpunkt KI-Reifegrad durchläuft: Bei rund 8 Wochen zwischen Antrag und positivem Bescheid, 50 % Förderquote und etwa 14 geprüften Use Cases könnte die Pilot-Empfehlung eine RFQ-Automation mit ROI in rund 8 Monaten sein.
Der Hebel war nicht der Workshop selbst, sondern die halbierte Kostenstruktur, mit der ein sauberer Pilot-Business-Case auf den CFO-Tisch kam. Ohne go-digital wäre dasselbe Projekt intern oft als Hobby-Initiative versandet.
Kombinations-Pfad mit DM-KI
go-digital finanziert keine Implementierung. Wer aus dem Pilot in den produktiven AI-Build will, kombiniert mit dem Programm Digitaler Mittelstand KI (DM-KI). Die Aufstiegslogik ist sauber: go-digital baut Strategie und Pilot-Konzept (50 % Quote), DM-KI finanziert die anschließende Implementierung (ebenfalls 50 % Quote). Beide Programme sind kombinierbar, sofern die Vorhaben sauber getrennt antragsweise eingereicht werden. Für viele Mittelständler ist das das erste Mal, dass ein KI-Vorhaben am Cashflow vorbeigeht — und der CFO trotzdem zustimmt.
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Hinweis Pre-Launch: Unsere eigene BMWK-Autorisierung ist in Vorbereitung Q3 2026. Antragsbegleitung erfolgt aktuell in Kooperation mit autorisierten Partner-Beratungen. Wir geben das offen an, weil wir den Hebel nicht durch eine spätere Rückforderung kaputt machen wollen.
Förder-Eignungs-Check anfragen → /anfrage · Übersicht aller Programme → /foerderung/go-digital
Stand Mai 2026. Konditionen und Programm-Richtlinien können sich ändern — wir aktualisieren diese Übersicht quartalsweise.
Weiterführend im Themenfeld: AI-Inventur für den EU AI Act und EU AI Act Art. 9: Risikomanagement-System.
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