TL;DR
- go-digital-Workshop fördert bis zu 12 Beratungstage zu 50 % als Zuschuss — ein geförderter Rahmen für Strategie, Pilot-Konzept und Mitarbeiter-Aktivierung.
- Es ist keine Software-Förderung: Kein Geld für Lizenzen, Entwickler oder Hardware. Der Build kommt über DM-KI oder ZIM danach.
- Kritisch: Zwischen Antrag und Bescheid (4–8 Wochen) darf nichts zum Vorhaben unterschrieben oder beauftragt werden — ein vorzeitiger Kick-off kostet die gesamte Förderung.
- Die häufigsten Ablehnungsgründe sind alle vermeidbar — deshalb überspringen wir das Eignungsgespräch nicht.
Was go-digital ist — und was nicht
go-digital-Workshop ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Es finanziert bis zu 12 Beratungstage, davon 50 % als Zuschuss — der Mittelständler trägt den Eigenanteil selbst und bekommt die andere Hälfte erstattet.
Was es ist: ein geförderter Beratungsrahmen für Strategie, Pilot-Konzept und Mitarbeiter-Aktivierung. Was es nicht ist: eine Software-Förderung. Kein Geld für Lizenzen, keine Entwickler-Kosten, keine Hardware.
Das ist der häufigste Missverständnis-Punkt. Mandanten kommen mit "wir wollen einen KI-Bot" und müssen verstehen, dass go-digital die Strategiephase vor dem Bot finanziert. Den Bot selbst finanziert DM-KI oder ZIM.
Der Antragsprozess — ungekürzt
- Eignungsprüfung. Förderfähig nach EU-KMU-Definition: bis 249 Mitarbeitende, bis 50 Mio. Umsatz oder 43 Mio. Bilanzsumme. Bei Verbundunternehmen werden die Zahlen konsolidiert — die häufigste böse Überraschung. Tochtergesellschaften eines großen Konzerns sind nicht förderfähig, egal wie klein sie selbst sind.
- Erstgespräch dokumentiert. Pflichtbestandteil: ein formales Erstgespräch zwischen autorisiertem Berater und Mittelständler, schriftlich protokolliert. Ohne dieses Protokoll wird der Antrag abgelehnt — keine Ausnahmen.
- Antragstellung. Der Coach bereitet den Antrag vor. Der Mittelständler unterschreibt ausschließlich die Antragsvollmacht — kein Beratungsvertrag, keine Anzahlung. Der Beratungsvertrag kommt nach Bescheid.
- Wartezeit 4–8 Wochen. Nichts unterschreiben, nichts bezahlen, nichts beauftragen, was zum Vorhaben gehört. Hier werden Mandanten regelmäßig ungeduldig. Ein Kick-off-Workshop vor dem Bescheid kostet die gesamte Förderung.
- Bescheid. Positiv: Beratungsvertrag wird unterschrieben, Coaching beginnt. Abgelehnt: Nachbesserung oder Programmwechsel.
- Coaching-Phase, 6–9 Monate. 12 Beratungstage, frei gestaltbar im bewilligten Themenrahmen. Zwischenberichte, Abschlussbericht.
- Verwendungsnachweis und Auszahlung. Die Förderung wird nicht vorab ausgezahlt, sondern nach Nachweis. Der Mittelständler bezahlt zunächst das volle Honorar und erhält den Zuschuss vom DLR-Projektträger zurück. Auf diesen Cash-Flow-Punkt bereiten wir Mandanten vor.
Die Formulare — was wirklich abgefragt wird
Wer den Antrag noch nie gesehen hat, erwartet ein Bürokratie-Ungetüm. Es ist überschaubar. Das Kernformular fragt:
- Unternehmensstammdaten (Name, Rechtsform, Steuernummer, Mitarbeiterzahl, Umsatz)
- Beschreibung des Coaching-Schwerpunkts (ein klar abgegrenztes Thema, ca. 300 Wörter)
- Angaben zum Coach (Name, Autorisierungsnummer, Beratungstage, Honorarsatz)
- De-minimis-Erklärung (staatliche Beihilfen der letzten 3 Jahre)
Die De-minimis-Erklärung überrascht viele: Wer in den letzten 3 Jahren bereits die De-minimis-Höchstgrenze ausgeschöpft hat, fällt aus dem Programm. Seltener Fall — aber wer viel mit BAFA, DM-KI und Bürgschaften gearbeitet hat, muss das prüfen.
Ablehnungsgründe aus zwei Jahren Antragspraxis
Aus unserem Tracking von rund 60 go-digital-Anträgen:

- Konsolidierung übersehen (Verbundgruppe): 8 Fälle. Konzernstruktur nicht analysiert, Förderstelle findet sie im Handelsregister.
- Vorzeitiger Maßnahmenbeginn: 6 Fälle. Kick-off, erstes Berater-Meeting oder mündliche Beauftragung vor Antragsdatum.
- Schwammiger Coaching-Schwerpunkt: 5 Fälle. "Irgendwas mit Digitalisierung" ohne klaren Pilot-Anwendungsfall.
- Coach nicht autorisiert: 3 Fälle. Verwechslung von BAFA-Akkreditierung mit go-digital-Akkreditierung — zwei verschiedene Listen.
- De-minimis-Schwelle: 2 Fälle. Selten, aber beim zweiten Mal schmerzhaft.
Alle diese Ablehnungen sind vermeidbar. Deshalb überspringen wir das Eignungsgespräch nicht.
Was danach kommt
go-digital ist sinnvoll als erster Schritt — nicht als letzter. Wer nach dem Coaching implementieren will, braucht ein Anschluss-Programm: DM-KI für den Build, ZIM für das technologische Innovations-Projekt. Der go-digital-Abschlussbericht ist das beste Briefing-Dokument, das ein DM-KI-Antrag haben kann — er beschreibt Architektur, Datenlage und Anwendungsfall bereits.
Das ist der sequenzielle Pfad, den wir den meisten Mittelständlern empfehlen: go-digital → DM-KI. Erst die geförderte Strategiephase, dann der geförderte Custom-Build. So entsteht eine Production-KI-Lösung aus 12 Coaching-Tagen plus vollem Build — mit voller IP-Übergabe.
go-digital-Workshop im Detail → /foerderung/go-digital · Eignung prüfen → /anfrage
Nächster Schritt
Passt das auf Ihren Fall?
30-Min-Erstgespräch, kostenfrei und unverbindlich. Wir gehen Ihren konkreten Fall durch — und sagen ehrlich, wenn nichts passt.
