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Strategie & Markt

Was 47 Mittelständler über KI wissen

Was die schnellen Mittelständler bei KI anders machen als die zögernden, aus strukturierten Gesprächen im DACH-Raum.

Baybora Gülec01. Mai 20269 Min.

TL;DR

  • Zwischen Oktober 2025 und März 2026 haben wir 47 DACH-Mittelständler in strukturierten Erstgesprächen begleitet. Nicht repräsentativ — aber echt.
  • Der Unterschied zwischen schnellen und langsamen Firmen war nicht Budget oder Größe, sondern ein abgegrenzter Prozess statt "Digitalisierung" als Ganzes.
  • KI-Piloten scheitern selten an der Technik, fast immer am fehlenden internen Champion.
  • Die eigentliche Daten-Lücke ist nicht schlechte Datenqualität, sondern fehlende Sicht auf die eigene Datenlage.

Was die schnellen 15 anders machen

Von 47 Gesprächspartnern hatten 15 bereits einen KI-Piloten laufen oder einen formal bewilligten Förderantrag. Die restlichen 32 waren in der Orientierungsphase.

KI-Auswertungs-Dashboard auf modernem Bildschirm
Auswertung von 47 Erstgesprächen: Was trennt Schnelle von Abwartenden?

Der auffälligste Unterschied war nicht Budget, Branche oder Größe. Es war ein einziger Entschluss: Die 15 Schnellen hatten einen konkreten, abgegrenzten Prozess identifiziert — und daran festgehalten. Die 32 in der Orientierung redeten noch von "Digitalisierung" als Ganzes.

In DACH-Pilots zeigt sich: Die Einschränkung auf einen einzelnen Prozess — nur den Eingangsrechnungsprozess, nicht CRM, nicht Lager — ist die Entscheidung, die Bewegung entsperrt. Wer den Scope nicht eingrenzt, kommt nicht los.

Der fehlende interne Champion

Frage Nummer 7 in unserem Erstgespräch lautet: "Welcher Mitarbeiter wäre Ihr erster interner KI-Advokat?" In 38 von 47 Gesprächen kam eine Pause. Manche sagten "da muss ich erstmal nachdenken". Manche nannten einen Namen, der dann relativiert wurde ("aber der ist eigentlich schon ausgelastet").

Das ist das eigentliche Problem. Nicht Budget, nicht Förderantrag — der fehlende interne Champion.

KI-Piloten scheitern selten an der Technik. Sie scheitern daran, dass nach dem Projektabschluss niemand da ist, der das System am Leben hält, verbessert und intern verkauft. Externen Beratern gelingt das nicht — sie gehen nach einigen Monaten wieder. In allen 15 erfolgreichen Fällen gab es ausnahmslos eine Person intern, die schon zum Zeitpunkt des Pilots wusste, warum das Vorhaben wichtig war — und bereit war, in der Anfangsphase Mehrarbeit zu investieren.

Die Daten-Frage ist ehrlicher als erwartet

"Haben Sie saubere Daten?" ist eine Standardfrage. Die erwartete Antwort wäre "nein, unsere Daten sind ein Chaos". Was wir tatsächlich gehört haben, war komplexer:

Post-its und Notizen an einer Workshop-Wand
Scope-Definition im Workshop: Der erste Schritt ist das Eingrenzen.
Aussage zur DatenlageAnzahl Gespräche
"Wir wissen, was wir haben — und es reicht."9
"Wir wissen, was wir haben — und es reicht nicht."14
"Wir wissen es ehrlich gesagt nicht genau."24

Die eigentliche Daten-Lücke ist nicht schlechte Datenqualität, sondern fehlende Sicht auf die eigene Datenlage. Die zweite Gruppe — "wir wissen es, reicht nicht" — macht in der Praxis den schnellsten Fortschritt: Sie weiß, was fehlt, und kann gezielt nacharbeiten. Die dritte Gruppe verliert die meiste Zeit damit, überhaupt erst Inventur zu machen.

Was Förderung wirklich bremst

17 Gesprächspartner erwähnten in den ersten zehn Minuten das Wort "Förderung". Das klingt gut — bis man fragt, was sie konkret unternommen haben:

Nahaufnahme eines Beratungsgesprächs am Tisch
  • 11 hatten "gegoogelt" und waren mit widersprüchlichen Informationen abgeprallt.
  • 4 hatten den IHK-Newsletter gelesen und nichts weiter getan.
  • 2 hatten einen Steuerberater gefragt, der das Thema an einen Kollegen weitergereicht hatte.

Kein einziger dieser 17 hatte einen Antrag eingereicht. Das ist das systemische Problem im Mittelstand: Förderung ist bekannt als Begriff, unbekannt als Praxis. Die Hemmschwelle liegt nicht an den Programmen — sie liegt zwischen "ich habe davon gehört" und "ich habe heute einen Antrag gestellt".

Die Lösung ist schlicht: Ein Erstgespräch mit Antrags-Praxis — bei uns in Kooperation mit autorisierten Partner-Beratern, die nicht erst erklären müssen, was go-digital ist, sondern sagen: "Ihr Vorhaben passt in dieses Programm, das sind Ihre konkreten nächsten drei Schritte."

Was diese 47 Gespräche für Ihr KMU bedeuten

Drei Beobachtungen, die Sie direkt anwenden können:

  1. Definieren Sie einen Prozess. Nicht "KI-Strategie". Einen Prozess — eingegrenzt auf eine Abteilung, eine Aufgabe, ein Team. Das ist die Entscheidung, die alles entsperrt.
  2. Benennen Sie einen internen Champion. Das muss kein KI-Experte sein. Es muss jemand sein, der das Vorhaben für wichtig hält und der bereit ist, nach dem Piloten weiterzumachen.
  3. Lassen Sie die Förderfrage von jemandem beantworten, der tatsächlich Anträge stellt. Nicht googeln, nicht beim Steuerberater nachfragen. Bei uns: Erstgespräch in Kooperation mit autorisiertem go-digital-Partner-Berater, der Ihren Fall kennt.

Kostenloses Erstgespräch → /anfrage · Förderprogramme im Überblick → /foerderung/go-digital

Baybora Gülec· Gründer, Azena

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